Urlaubskredit – mit niedrigen Zinsen in die Sonne

Vielen Menschen fehlt heute einfach das Geld, um einen ausgedehnten Urlaub aus eigener Tasche zu finanzieren. In solchen Fällen kann ein Urlaubskredit Abhilfe schaffen. Wie der Name bereits andeutet, wird ein solcher Kredit speziell dann vergeben, wenn der Kreditnehmer mit diesem eine Reise finanzieren möchte. Die meisten Banken führen heute entsprechende Angebote in ihrem Portfolio. Die Laufzeiten werden in der Regel sehr kurz gehalten, sodass eine Rückzahlung binnen einer Frist von 12 Monaten erfolgt. Der Urlaubskredit kann dabei als normaler Ratenkredit bei der Hausbank, oder aber direkt als ein Angebot vom Reisebüro in Anspruch genommen werden.

Für welche Personen eignet sich ein Urlaubskredit?

Ein Urlaubskredit wird – wie alle anderen Kredite auch – nur an Personen mit einer entsprechenden Bonität vergeben. Wer soziale Transferleistungen bezieht, über kein ausreichendes Einkommen verfügt oder aber Schulden vorzuweisen hat, kann diese Art der Finanzierung nicht in Anspruch nehmen. Der Urlaubskredit eignet sich im Grunde für Personen, welche ein Einkommen im unteren mittleren Bereich vorweisen können. Gerade hier fällt es oft schwer, neben den normalen Zahlungsverpflichtungen, Geld für eine Reise anzusparen. Somit besteht dann die Option, das geliehene Geld einfach in kleinen Raten zurückzuzahlen. Entsprechende Finanzierungsmodelle bei den Banken und Reiseveranstaltern erlauben es, die Belastung für den jeweiligen Kunden genau anzupassen.

Urlaubskredit bei der Bank

Der Urlaubskredit bei der Hausbank – oder jedem anderen beliebigen Kreditinstitut – funktioniert exakt so wie ein gewöhnlicher Ratenkredit. Einzig besteht hier der Unterschied, dass Banken in diesem Bereich auch Summen verleihen, welche unter normalen Umständen zu klein wären, um sie als „echten Ratenkredit“ zu vergeben. Wer diese Art der Finanzierung nutzen will, der muss sich auf einen erhöhten Zinssatz einstellen. Die bestmögliche Variante – diese ist derzeit bei rund 3 Prozent angesiedelt – wird aber meist nur Kunden mit hervorragender Bonität gewährt. Der durchschnittliche Zinssatz liegt dabei zwischen 5 und 7 Prozent auf die gesamte Laufzeit. Zum Abschluss des Kredites wird ein Kreditvertrag aufgesetzt, welcher alle wesentlichen Konditionen enthält. Nach diesem richten sich auch die Rückzahlungsmodalitäten. Dieses Verfahren entspricht dem gewöhnlichen Vorgehen, bei der Vergabe von Krediten.

Urlaubskredit durch den Reiseveranstalter

Diverse Reiseveranstalter bieten ebenfalls einen Urlaubskredit für ihr Kunden an. Hierbei erfolgt die Vorfinanzierung der gesamten Reise durch eine Vertragsbank. Der Prozess läuft im Grunde ähnlich ab, wie dies bei der Kreditaufnahme mittels einer Bank der Fall ist. Allerdings sind die Zinssätze bei den Reiseveranstaltern oftmals etwas erhöht. Hier liegt der Durchschnitt zwischen 9 und 11 Prozent. Der Reiseveranstalter selbst tritt dabei als Vermittler zwischen der Bank und dem Kunden auf, sodass ihm eine gewisse Provision gewährt wird. Hierdurch erklärt sich auch der höhere Zinssatz, denn dieser stellt quasi dessen Entlohnung dar. In vielen Fällen wird bei einem Reiseveranstalter nur ein Teil der beantragten Summe tatsächlich ausgezahlt. Der Großteil des Betrages wird direkt an die jeweilige Fluggesellschaft, das Hotel und an andere im Paket enthaltene Angebote überwiesen. Der Restbetrag kann vom Kunden dann als ein Urlaubstaschengeld betrachtet werden.

Welche Unterlagen sind erforderlich?

Wer einen Urlaubskredit aufnehmen will muss sowohl bei der Buchung im Reisebüro als auch bei einer Bank diverse Unterlagen zur Prüfung vorlegen. In der Regel sollte jeder Interessent über einen gültigen Personalausweis oder Reisepass verfügen. Zudem muss ein unbefristeter Arbeitsvertrag vorgewiesen werden, aus welchem die Höhe des monatlichen Entgeltes hervorgeht. Als Nachweis des tatsächlichen Erhaltes sind dann auch die entsprechenden Kontoauszüge beizubringen. Für Selbstständige, welche sich für ein derartiges Angebot interessieren gilt, dass sie den letzten Einkommenssteuerbescheid und die aktuelle Einnahme-Überschuss-Rechnung oder BWA vorweisen müssen. In jedem Fall wird eine Prüfung der Bonität bei den einschlägigen Auskunftsteien erfolgen. Bei Banken geschieht dies üblicherweise automatisiert, direkt über das Computersystem. Bei Reiseveranstaltern und Reisebüros kann es allerdings erforderlich werden, dass die entsprechenden Daten in Papierform vorgelegt werden. Hierzu ist dann eine Anfrage bei der genannten Auskunftstei erforderlich, welche für gewöhnlich mit einem Entgelt verbunden ist.

Fristen für die Tilgung

Ein Urlaubskredit hat in der Regel eine Laufzeit von nicht mehr als 12 Monaten. Dies garantiert den Banken und Anbietern, dass in den meisten Fällen nie mehr als ein Kredit abgezahlt werden muss, was die Ausfallwahrscheinlichkeit reduziert. Unter gewissen Umständen können auch längere Laufzeiten vereinbart werden. Hierzu wird es an anderer Stelle noch genauere Informationen geben. Bei Banken hat der Kunde in vielen Fällen die Option, den Kredit endfällig zu stellen. Dies bedeutet, dass er zuerst nur die Zinsen tilgt und am festgesetzten Tag, die gesamte geliehene Summe in einem Stück zurückbezahlt. Bei Reiseveranstaltern oder in Reisebüros ist dies oft nicht möglich.

Zusatzangebote beachten

Sowohl Banken als auch Reisebüros versehen ihre Urlaubskreditangebote oftmals mit diversen Zusatzangeboten. Je nach Art der Reise können diese durchaus sinnvoll sein, oder sich aber als eine unnötige Ausgabe erweisen. Mit in jedem Paket enthalten – auch allgemein gehört dies mittlerweile zum Standard – ist eine Restschuldversicherung. Diese schütz die Bank und den Kreditnehmer dann, wenn er in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Spezifisch auf die Art des Produktes abgestimmt, werden noch weitere Versicherungsangebote offeriert. So kann mit der Aufnahme eines Kredites auch gleich eine Reiseversicherung abgeschlossen werden. Sehr beliebt sind auch Reiserücktrittsversicherungen oder Angebote, welche die Gepäckstücke entsprechend absichern. In einigen Fällen wird sogar eine Reisekrankenversicherung angeboten, welche entweder für die Laufzeit des Kredites abgeschlossen, oder aber auch darüber hinaus weitergeführt werden kann. Hier muss sich jeder Kunde selbst die Frage stellen, welches dieser Angebote er unbedingt benötigt, und welches nur eine zusätzliche finanzielle Last darstellt.

Beispiele

Um genau zu verdeutlichen, wie hoch die Kosten für einen Urlaubskredit ausfallen können, sollen hier einige Beispielrechnungen für Klarheit sorgen.

Wird der Kredit bei einer Bank aufgenommen, so ergeben sich bei einer Kreditsumme von 2.500 Euro und einem moderaten Zinssatz von etwa 4 Prozent die folgenden Werte:

  • Kreditsumme (Netto): 2.500 Euro
  • Zinsatz (jährlich) : 4 %
  • Laufzeit : 12 Monate
  • Rückzahlungssumme : 2.600 Euro

Bei einem Reiseveranstalter sehen diese Werte noch einmal anders aus, denn hier fallen in der Regel wesentlich höhere Zinsen an:

  • Kreditsumme (Netto): 2.500 Euro
  • Zinsatz (jährlich) : 6 %
  • Laufzeit : 12 Monate
  • Rückzahlungssumme : 2.650 Euro

Gründe für abweichende Laufzeiten

In der Regel kann auch bei einem Urlaubskredit die Laufzeit beliebig festgelegt werden. Tatsache ist allerdings, dass die meisten Anbieter diese auf 12 Monate begrenzen, und diese Zeitspanne auch zu einer Grundprämisse für die Vergabe machen. Daher sollte man sich nicht auf Online-Vergleichsrechner verlassen, bei denen auch längere Laufzeiten eingetragen werden können. Hier wird der Urlaubskredit nämlich als ein normaler Ratenkredit mit abweichenden Zinssätzen geführt.

Eine längere Frist als 12 Monate kann unter Umständen bei sehr kostenintensiven Reisen in Anspruch genommen werden. Eine Weltreise wird natürlich um einiges mehr an Ausgaben erfordern, als ein Ausflug in die Toscana. Hier können dann auch Laufzeiten von zwei Jahren oder mehr genutzt werden. Auch bei einer eintretenden Zahlungsunfähigkeit zeigen sich viele Banken noch sehr kulant und verlängern die Laufzeit, sodass die Höhe der monatlichen Raten gesenkt wird. Zu beachten ist dabei allerdings der Zinssatz, welcher am Ende für eine Verteuerung des Kredites sorgt.

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